Buchtipps zum Thema Gefängnis #

Hier findest du einige ausgewählte Bücher mit Geschichten über und für Kinder und Jugendliche, deren Eltern im Gefängnis sind.

Die Rache des Marmorzüchters

von Willy van Doorselaer (Verlag Hanser) — ab 9 Jahre

Westewat heißt eigentlich Carlotta Rangél, aber da sie jede gute Idee mit "Westewat?" einleitet, hat sie den Spitznamen bald weg. Ansonsten wissen die anderen Mitglieder vom Club–dessen-Name-nicht-genannt-wird wenig von ihr. Zum Beispiel, wo und wer ihr Vater ist. Und Westewat sagt: "Mein Vater ist Marmorzüchter in Venezuela." Na ja, klar, aber komisch ist das schon irgendwie. Dann passiert die Sache mit den Bulldozern. Eine Neubausiedlung soll genau auf dem Grundstück entstehen, auf dem das Clubhaus der Kinder steht. Ohnmächtig schauen die Clubmitglieder der Zerstörung zu. Das verlangt nach Rache. Aber wie? Westewat hofft auf ihren geheimnisvollen Vater, der aus dem fernen Südamerika kommen und alles in Ordnung bringen wird, denn dazu sind Väter schließlich da, vor allem die, die sonst nie da sind!

Eine Brücke aus Rauch

von Sylvia Schujer (Altberliner Verlag) — ab 14 Jahre

Als Fernando fünf Jahre alt ist, erfährt er, dass sein Vater nicht auf einer langen Reise ist, sondern im Gefängnis sitzt. Zusammen mit Mutter und Schwester geht er ihn von nun ab jeden Sonntag besuchen. Die fremde Welt macht ihm Angst, doch noch viel schwieriger ist es, immer eine beschönigende Erklärung für die Klassenkameraden parat zu haben. Mühsam setzt sich Fernando im Laufe der Zeit ein Bild von seinem Vater zusammen, erkennt die familiäre Wirklichkeit. Doch trotz allem entwickelt er den Mut zur Wahrheit und an der Schwelle zum Erwachsenwerden erzählt er einem Mädchen die ganze Geschichte. Wird sie auch jetzt noch mit ihm Zusammensein wollen?

Haben Häftlinge Streifen?

von Ida Koch und Barbara Swartz (Verlag Chance e.V.) — ab 9 Jahre

Nun ist es herausgekommen: Der Vater von Thomas und Lena sitzt im Gefängnis. Irgendwie ist es auch gut, dass alle jetzt Bescheid wissen, denn nun brauchen die beiden nicht mehr so zu tun, als hätten sie gar keinen Vater. Im Gegenteil, sie können jetzt über ihn reden und ihm sogar im Gefängnis besuchen. Ganz so gut, wie sie es sich vorgestellt haben, ist das wiedersehen dann aber doch nicht, und alle sind ein bisschen traurig hinterher. Es ist eben für alle ganz schön schwierig, wenn einer von Ihnen im Gefängnis sitzt. Ob sie wohl mal zusammen verreisen können, wenn Vater entlassen wird?

Liebe Tracey, liebe Mandy

von John Marsden (Verlag Beltz & Gelberg) — ab 14 Jahre

Die Brieffreundschaft von Tracey und Mandy, beide 16, beginnt mit ganz unverfänglichen Briefen. Über die Schule, ihre Familien, ihr Liebesleben und all das, was ihnen wichtig ist. Mandy schreibt auch von ihrem gewalttätigen Bruder. Doch schon bald wird klar, dass Tracey etwas verschweigt. Sie weicht aus, verstrickt sich in Lügen. Was ist los mit ihr? Mandy lässt nicht locker, bis Tracey eines Tages mit der Wahrheit herausrückt. Sie sitzt in Garrett, einer der sichersten Verwahrungsanstalten Australiens. Doch der Briefkontakt bricht nicht ab, wird sogar noch intensiver. Bis Tracey eines Tages keine Antwort mehr auf ihre Briefe bekommt.

Lucys Entdeckungen

von Patricia St. John (Verlag Bibellesebund) — ab 10 Jahre

Nach dem frühen Tod ihrer Mutter wächst Lucy bei ihren Großeltern auf. Sie lebt sehr gern bei ihnen, wird geliebt und umsorgt, doch sie spürt, dass beide ein Geheimnis vor ihr haben. Eines Tages gerät ihre Welt ins Wanken: Ein Brief ihres Vaters trifft ein – aus dem Gefängnis! Seine Entlassung steht bevor und er möchte zukünftig seine Tochter bei sich haben. Lucy ist hin- und hergerissen, denn sie liebt ihre Großeltern sehr, doch auch ihren Vater möchte sie unbedingt sehen und kennenlernen. Sie kann mit niemandem über ihre Sorgen reden, bis sie Donald kennenlernt, einen Jungen aus der Nachbarschaft. Ihm kann sie sich anvertrauen. Lucy hat keine Ruhe mehr, sie will unbedingt ihren Vater im Gefängnis besuchen. Endlich dort angekommen, erfährt sie, dass ihr Vater schon seit zwei Monaten entlassen ist. Lucy fühlt sich zurückgestoßen und verletzt, warum hat er sie noch nicht besucht?

Mama im Knast

von Maja Gerber-Hess (Rex Verlag) — ab 10 Jahre

Elfie versteht nichts mehr. Ihre Mutter, die erst vor kurzem begeistert das Hausfrauendasein mit der Rolle einer gefragten Dolmetscherin tauschte, versucht sich umzubringen. Hat sie vielleicht etwas mit dem Totschlag an ihrem Chef zu tun? Die Presse berichtet reisserisch. Die Leute tuscheln, zeigen mit den Fingern auf Elfie. Mama im Knast. Ein Irrtum? Das kann einfach nicht wahr sein.

Nenn mich einfach Super!

von Reinhold Ziegler (Verlag Beltz & Gelberg) — ab 14 Jahre

Walter wäre gern in der Stadt geblieben, aber jetzt muss er auf dem Dorf wohnen und darf nicht mal erzählen warum. Sein Vater sitzt nämlich im Gefängnis und die Mutter will nicht, dass irgend jemand davon weiß. Wenn er merkt, dass ihn jemand aushorchen will, erzählt er komische Geschichten, oder er wird frech. Als Berta ihn nach seinem Spitznamen fragt, sagt er: "Nenn mich einfach Super." Wahrscheinlich hätte nie jemand erfahren, was eigentlich los ist, wäre da nicht plötzlich diese merkwürdige Sache mit der Entführung und der Polizei passiert…

Reite den Drachen

von Christine Hubka und Matthias Geist (Verlag Der Apfel) — ab 5 Jahre

Zufällig hat Jan gehört, dass sein Vater im Gefängnis ist. Aber er kann dieses Wissen mit niemandem teilen. In Jans Bauch ist seitdem ein Drache, der besonders in der Nacht ganz groß wird und drückt. Eines Nachts trifft er Fanny, die auch einen Drachen hat, den sie sogar reiten kann. Fanny zeigt Jan, wie er mit seinem Drachen umgehen kann, sodass der ihn nicht mehr bedroht sondern ihm sogar hilft, sein Problem zu überwinden. Auch die Mutter findet aus ihrer Erstarrung zurück und nimmt die Dinge in die Hand. Da es einige Zeit dauert, eine Besuchsbewilligung zu erhalten, schreibt Jan dem Vater noch am selben Tag einen Brief. Der Drache ist bei alldem ein sensibler Begleiter.

Wir treffen uns im Traum – Eine Geschichte über Papa im Gefängnis

Ein Kinderbuch von inhaftierten Vätern der JVA Leipzig — ab 6 Jahre

Alessa kommt eines Nachmittags vom Kindergarten nach Hause und spürt, dass etwas nicht stimmt. Im Flur steht ihr Vater mit einer gepackten Reisetasche über der Schulter. Mama wirkt sehr traurig und sagt ihr: "Dein Papa muss ins Gefängnis." Wie Alessa diese Nachricht verarbeitet, was sie mit ihrem Vater an seinem letzten freien Tag anstellt und welche Eindrücke sie bei ihrem ersten Besuch im Knast hat - all das wird in dem Buch erzählt.